ESPA SELECT BOND DYNAMIC: Chance auf Mehrertrag

Interview mit Gerhard Beulig, Senior Fondsmanager ESPA SELECT BOND.

 

Was spricht aus Ihrer Sicht für diesen Renten-Dachfonds?

Gerhard Beulig: In erster Linie spricht der Fonds Anlegerinnen und Anleger an, die auf höher rentierende Anleihesegmente setzen und sich ein aktives Fondsmanagement wünschen, aber dennoch kein (zusätzliches) Aktienrisiko eingehen möchten.

 

In welche Anlageklassen war der Fonds im letzten Jahr veranlagt und wo setzen Sie im Moment die Schwerpunkte?

Beulig: Unsere Basisinvestments im letzten wie auch in diesem Jahr sind europäische und amerikanische Unternehmensanleihen. Diese profitieren sowohl von der lockeren Geldpolitik als auch von der sich verbessernden Wirtschaftslage. Der Anteil an europäischen Staatsanleihen wurde bereits im letzten Jahr etwas gesenkt, aber speziell in diesem Jahr in US-Staatsanleihen umgeschichtet, da dort die Rendite deutlich höher und die Bonität besser ist. Es ist anzunehmen, dass die Wirtschaft in den USA zu positiv eingeschätzt wurde und Zinserhöhungen nicht in dem Maße stattfinden werden, wie ursprünglich vom Markt erwartet. Davon profitieren dann sowohl US-Staatsanleihen als auch US-Unternehmensanleihen.

Ebenfalls prominent gewichtet waren wir seit letztem Jahr in den europäischen und amerikanischen Hochzinsanleihen, da diese in einem Umfeld von moderaten Wachstums- und geringen Ausfallsraten im Regelfall gut performen.

Der massive und in dieser Höhe unerwartete Ölpreisverfall hat die Performance etwas getrübt. Die europäischen Hochzinsanleihen konnten sich jedoch bereits letztes Jahr erholen und einen guten Beitrag leisten. Die amerikanischen Hochzinsanleihen legten erst in diesem Jahr zu, nachdem sich der Ölpreis und damit die fundamentale Situation vieler US-Hochzins-Unternehmen aus den Bereichen Schieferöl und -gas verbessert hat. Generell setzen wir den Fokus vermehrt auf amerikanische Anleihenklassen, bevorzugt auf Anleihen mit höherem Kreditrisiko (Hochzinsanleihen und Emerging-Markets-Anleihen) da weiterhin eine expansive Geldpolitik und stabile Wirtschaftsdaten erwartet werden. Die US-Anleihen sind jedoch alle währungsgesichert, da wir hier kein zusätzliches Risiko eingehen wollen.

 

Emerging Markets sind ja wieder ein Thema, in welcher Form wird das im Fonds berücksichtigt?

Beulig: Das Umfeld für die Schwellenländer ist herausfordernd. Gleichzeitig haben die Stabilisierung in China und die vorsichtige Geldpolitik in den USA die Attraktivität der Schwellenländer erhöht. Seit einigen Monaten zeichnet sich eine Stabilisierung bei den Rohstoffpreisen, den Währungen sowie beim Wachstumsunterschied ab. Das kann vor allem mit den expansiven Geld-, Fiskal und Finanzpolitiken in China begründet werden. Diese sind (vorerst) ausreichend für eine graduelle Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China. Darüber hinaus erfordert die moderate wirtschaftliche Erholung in den entwickelten Volkswirtschaften - bei gleichzeitig sehr niedrigen Inflationsraten - sehr expansive Geldpolitiken. Auch die US-amerikanische Zentralbank wird bei der Zinspolitik weiterhin sehr vorsichtig vorgehen. Die Wirtschaftspolitik in China ist wirtschaftsunterstützend und von der Fed ist kein großes Störfeuer zu erwarten. In den Emerging Markets waren wir im letzten Jahr immer stark gewichtet, mit Ausnahme der kurzen Phase großer Unsicherheit über einen konjunkturellen Einbruch in China. Die hohe Gewichtung im Fonds hat sich seit Anfang des Jahres positiv bemerkbar gemacht und könnte noch etwas andauern, weshalb wir auch weiterhin investiert bleiben.

 

Was spricht für ein aktives Fondsmanagement?

Beulig: Der Fonds veranlagt flexibel in unterschiedliche Anleihesegmente: Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Schwellenländer-Anleihen und auch Fremdwährungsanleihen. Die Gewichte der einzelnen Segmente werden je nach Einschätzung der Lage angepasst. Der Anteil von sogenannten Hochzinsanleihen und Fremdwährungspapieren darf maximal 60% des Fonds ausmachen. In Summe bietet der Fonds eine gute Chance auf Mehrertrag.

 

Mehrertrag bedeutet aber auch mehr Risiko?

Beulig: Das ist das Gesetz des Kapitalmarktes: Mehr Ertrag ist auf längere Sicht in der Regel nur mit höherem Risiko möglich. Bei diesem Anleihen-Dachfonds ist das Risiko allerdings eingeschränkt. Derzeit beträgt die Risikoeinstufung „3“ auf einer Skala von 1 bis 7 1). Im Vorjahr musste der Fonds ein Minus von 2,15% verkraften, heuer liegt er wieder mit 2,64% im Plus. Auf die letzten fünf Jahre bezogen warf der Fonds jährlich 3,74% ab. 2) 

 

Welche Ertragserwartung haben Sie an den Fonds?

Beulig: Im Durchschnitt errechnet sich über das gesamte Anleihenportfolio eine Rendite in Höhe von 3,8%. 3). Berücksichtigt man die Verwaltungsgebühr des Fonds dann rechne ich auf mittlere Frist mit einem durchschnittlichen, jährlichen Wertzuwachs von ca. 2,5 bis 3,5%.

 

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

 

Wie wirkt sich die Entscheidung der Briten für den Brexit auf die Fondsausrichtung aus?

Anfang Juli kann es aufgrund der aktuellen „Brexit“ Thematik zu einer Änderung des Portfolios im Rahmen der Fondsbedingungen kommen. Wenn die gegenwärtige Unsicherheit an den Märkten erhalten bleibt, wird möglicherweise der Anteil von Staatsanleihen hoher Bonität zulasten von Unternehmensanleihen im hochverzinslichen Bereich ausgeweitet.

 

Wo sehen Sie das größte Risiko für den Fonds?

Beulig: Veranlagungen am Kapitalmarkt sind keine Einbahnstraße. Auch breit diversifizierte Anleihenfonds müssen in Phasen in denen Zinsen wieder steigen oder sich das Wirtschaftsumfeld ändert mit schwächeren Jahren rechnen. Eine Zinswende in der Eurozone würde den Fonds jedenfalls negativ reffen, auch wenn das Zinsänderungsrisiko aktiv gesteuert werden würde. Allerdings ist derzeit in der Eurozone kein Ende der Nullzinspolitik erkennbar. Im Gegenteil: Die Europäische Zentralbank hat ihre geldpolitischen Maßnahmen mit ihrem Anleihenankaufprogramm sogar ausgedehnt. Ausfälle im Kredit- und Schwellenländersegment sind eher ein Risiko.

 

Welchen Tipp können Sie Anteilsinhabern von diesem Fonds geben?

Beulig: Der Fonds eignet sich für konservative Anleger, die kein Aktienrisiko wollen und eine Rendite anstreben, die mindestens der Höhe der Inflation entspricht.

 

 

1) SRRI-Indikator (Risikoeinstufung laut Kundeninformationsdokument KID)

2) Werte per 31.5.2016

3) Werte per 31.5.2016; bezogen auf einen Anlagehorizont von 7-10 Jahren, die Fondskennzahl „Rendite“ entspricht der durchschnittlichen Wertpapierrendite der im Fonds gehaltenen Wertpapiere vor Abzug von Kosten aus der Absicherung von Fremdwährungsrisiken; bitte beachten Sie, dass diese Rendite-Kennzahl nicht der Fondsperformance entspricht.

Zum Fonds: ESPA SELECT BOND DYNAMIC

 

Warnhinweise gemäß InvFG 2011:

Der ESPA SELECT BOND DYNAMIC kann zu wesentlichen Teilen in Anteile an Investmentfonds (OGAW, OGA) iSd § 71 InvFG 2011 investieren.

 

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle: ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. Unsere Kommunikationssprachen sind Deutsch und Englisch. Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ veröffentlicht. Für die von der ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt. Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie die Wesentliche Anlegerinformation/KID sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com abrufbar und stehen dem interessierten Anleger kostenlos am Sitz der Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen die Wesentliche Anlegerinformation/KID erhältlich ist sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente sind auf der Homepage www.erste-am.com ersichtlich. Diese Unterlage dient als zusätzliche Information für unsere Anleger und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss. Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer Anleger hinsichtlich des Ertrags, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.