Newsletter Umwelttechnologien

Q3 2026

Quartalsreport des Fondsmanagements

Zurück in die Zukunft: Strom wird wieder zum Engpass

Das vielleicht wichtigste Thema im Umwelttechnologie-Sektor ist derzeit der globale Wettlauf um Strom. Genauer gesagt: die Frage, woher die enorme zusätzliche Stromnachfrage der kommenden Jahre kommen soll, wie schnell sie ans Netz gebracht werden kann und welche Unternehmen davon profitieren. Was vor wenigen Quartalen noch wie ein langfristiges Infrastrukturthema geklungen hat, ist durch den KI-Boom sehr schnell zu einem sehr konkreten Investitionsthema geworden. Am besten sichtbar ist dies in den USA - Investitionen in den Bau von KI-bezogenen Rechenzentren, Rechenhardware und Netzwerkausrüstung machten im ersten Quartal 2026 rund 0,8 % des US-BIP aus und trieben die gesamte IT-Infrastruktur auf etwa 1,5 % des BIP – gegenüber einem Durchschnitt von rund 0,7 % im Zeitraum 2015–2022.

Datenzentren, Künstliche Intelligenz und Elektrifizierung verändern aber auch den Energiemarkt. Lange Zeit war Stromnachfrage in vielen entwickelten Volkswirtschaften eher ein moderat wachsendes oder sogar stagnierendes Thema. Jetzt sehen wir zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder einen deutlichen Nachfrageimpuls. Der Engpass liegt dabei nicht nur bei Chips, Servern oder Software, sondern zunehmend bei Energie: verfügbare Leistung, Netzanschluss, Transformatoren, Speicher, Kühlung sind notwendig, um ein Datenzentrum möglichst zeitnah ans Netz zu bringen. Ein großer “Flaschenhals” der Umsetzung bleibt aber die Geschwindigkeit. Bereits vor knapp 2 Jahren berichteten wir erstmals über das Thema und einen der Hauptprofiteure im Segment – Bloom Energy. Mit dem steigenden Energiebedarf und dem extremen Wettrennen zwischen den Hyperscalern ist „Speed to Power“ heute noch wichtiger geworden.

In den USA hat man zwar die besseren KI-Modelle, China ist jedoch erfolgreicher und schneller darin, neuen Strom ans Netz zu bringen. Das hängt damit zusammen, dass man sich in China seit Jahrzehnten in einer Wachstumsphase befindet, wo die physische Nachfrage nach Strom konstant gestiegen war, während dies in den USA nach 25 Jahren Stagnation noch ein vergleichsweise neues Thema ist.

Kernenergie und Gas werden Teil der Debatte bleiben, brauchen aber Zeit, Genehmigungen und Infrastruktur. Solar, Wind, Batterien, Netze und dezentrale Lösungen sind dagegen in vielen Fällen schneller ans Netz zu bringen. Genau das ist aus Investorensicht entscheidend.

Die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine war bereits ein Weckruf für Europa. Die jüngsten geopolitischen Spannungen rund um den Nahen Osten haben diese Erkenntnis nochmals globaler gemacht. Abhängigkeit von fossilen Importen ist nicht nur ein Klimathema, sondern ein wirtschaftliches und geopolitisches Risiko. In diesem Umfeld gewinnen heimische, skalierbare und schneller verfügbare Energiequellen weiter an Bedeutung.

Auch in den USA ist das Bild differenzierter, als es die politischen Schlagzeilen vermuten lassen. Der Ton gegenüber erneuerbaren Energien bleibt rau, aber die wirtschaftliche Realität spricht eine andere Sprache. Ein großer Teil der Investitionen im Rahmen des Inflation Reduction Act ist in republikanische Bundesstaaten geflossen. Gleichzeitig wird Netzinfrastruktur zunehmend als kritische Infrastruktur verstanden - am 20. April kündigte die Trump-Administration an, dass das Stromnetz künftig ein Thema der nationalen Sicherheit sein wird. Als Teil des Defense Production Act, ist das Ziel, die lokale Produktion von kritischen Komponenten hochzufahren. Damit sind Transformatoren und Umspannwerke auf der gleichen strategischen Ebene angelangt wie militärisches Equipment und können somit aktiv von den USA bevorzugt und gefördert werden.

 Hinweis: Investitionen in Wertpapiere bergen neben Chancen auch Risiken. Die in diesem Beitrag angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stellen keine Anlageempfehlung dar.

Transformatoren: Im Zeitalter der Kapitalkosten

Auf Unternehmensebene wird diese Entwicklung bereits sichtbar: Die Nachfrage nach Netzkomponenten und Elektrifizierungslösungen boomt. Besonders Transformatoren haben sich zuletzt zu einem physischen Engpass entwickelt, der den Ausbau von Rechenzentren und Netzinfrastruktur verlangsamen kann. So sind die Vorlaufzeiten für Netztransformatoren von ca. einem Jahr (2021) auf bis zu fünf Jahren (heute) gestiegen (siehe Grafik 1). Auch wenn die Firmen in weitere Produktionskapazitäten investieren, sorgt der aktuelle Engpass für volle Orderbücher und starke Margen.

Grafik 1: Die Vorlaufzeiten von Netz-Komponenten haben sich verlängert

Die stärksten Transformatoren im Hochspannungs-Bereich werden global de-facto von 3 Firmen dominiert – Siemens Energy, Hitachi und GE Vernova. Alle 3 davon sind im ERSTE Green Invest vertreten und das Geschäft brummt. Nach Jahren des stagnierenden Strombedarfs befinden wir uns in einer Phase der Expansion – das IEA schätzt, dass die Investitionen in Stromnetze von momentan ~USD 400 Milliarden p.a. auf ~ USD 600 Milliarden steigen müssen. Hinzu kommt, dass die Stromnetze global veraltet sind – laut EU-Kommission sind in Europa 40% der Verteilernetze über 40 Jahre alt, in den USA ist die Situation nicht viel besser.


Diese Kombination aus Upgrades alter Infrastruktur und Ausbau neuer Leitungen führt zu enormer Pricing Power und diese kann momentan sehr gut weitergeben werden, denn der Endkunde (=Datenzentren) ist nicht preis-sensitiv (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Preisentwicklung von Netz-Komponenten

Quelle: FRED, Lawrence Berkeley National Laboratory (https://neiscenter.substack.com/p/seizing-americas-supply-chain-opportunity)

Der Rückenwind scheint kein kurzfristiges Phänomen zu sein, wenn man sich die Investitionspläne der großen Netzbetreiber ansieht. Am Beispiel von TenneT, einem Netzbetreiber in den Niederlanden und Deutschland, wird das gut sichtbar: 2021 hatte man ~ EUR 4 Milliarden investiert. Der Plan von 2025-2034 sieht insgesamt EUR 200 Milliarden vor, oder EUR 20 Milliarden pro Jahr! Ein ähnliches Bild lässt sich quer durch Europa und die USA zeichnen – enorme Investitionen von Netzbetreibern und Versorgern, die grundsätzlich eher dafür bekannt sind, sehr konservativ zu agieren.  

Neuer Schwung bei Versorgungsunternehmen

Das größte gelistete Versorgungsunternehmen in den USA, Nextera Energy, hat im vergangenen Quartal angekündigt den größten Versorger im Bundesstaat Virginia, Dominion Energy, zu übernehmen. Die Deal-Größe beläuft sich auf ~ USD 67 Milliarden. Falls die Übernahme genehmigt wird, wovon man im aktuellen, politischen Umfeld in den USA ausgehen kann, wird daraus das weltweit größte regulierte Energieversorgungsunternehmen hervorgehen. Die Strategie des Deals ist klar: Dominion Energy ist in Virginia aktiv, welches die höchste Dichte an Datenzentren in der ganzen Welt hat.  Das sogenannte „Datacenter Alley“ erstreckt sich im direkten Umfeld der Hauptstadt Washington D.C. – für das Betreiben dieser Datenzentren braucht man natürlich sehr viel Strom. Nextera als größter Entwickler Erneuerbarer Energien in den USA, passt hier perfekt ins Bild und kann diesen enormen Bedarf decken. Mit der Fusion entsteht ein Energie-Gigant, die Marktkapitalisierung wird bei ~USD 420 Milliarden liegen. 

Positionierung & Ausblick

Der Umwelttechnologie-Sektor steht zunehmend für die Zukunft der Daten- & Energieinfrastruktur.  Wer KI, Reindustrialisierung und Energiesicherheit ernst nimmt, muss auch über Strom, Netze, Speicher und erneuerbare Energien sprechen. Genau hier liegt aus unserer Sicht der Kern der Investment-Story.

Doch auch der Klimaschutz ist weiterhin relevant – in Österreich hatten wir im zweiten Quartal einen neuen Rekord – an 157 von 277 Wetterstationen wurde absolute Temperaturhöchstwerte für Juni gemessen.  Die Hitzewelle in Wien war die schwerste, die je aufgezeichnet wurde. Bei diesen Temperaturen sinken nicht nur die Schlafdauer und Effizienz, auch die Arbeitsproduktivität und die Auffassungsfähigkeit von Kindern in der Schule leidet.

In der Real-Wirtschaft sieht man ebenso Auswirkungen: Eurostar, das bekannte Eisenbahnunternehmen, das in Großbritannien und Westeuropa aktiv ist, hat zuletzt Züge bestellt, die bei 55°C Außentemperaturen operieren können. Man bereitet sich wegen der längeren und extremeren Hitzewellen somit auf Temperaturen vor, die man eher mit Saudi-Arabien in Verbindung bringt als mit Europa.

Für das kommende Quartal bleiben unsere Umwelt-Technologien-Fonds klar auf die strukturellen Wachstumstreiber der Energiewende ausgerichtet. Im ERSTE GREEN INVEST liegt der Schwerpunkt weiterhin deutlich auf dem Bereich Energie mit 64,7 %, gefolgt von Transformation, Recycling, Wasser und Adaption. Im ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT ist die Positionierung über Erneuerbare Energien mit 39,8 % und Energieeffizienz mit 26,7 % ähnlich hoch im Energiebereich, ergänzt wird diese durch Wasser, Recycling, Energiespeicherung und Mobilität.

Unser Segment wurde in den vergangenen Jahren stark über Zinsen, Politik und kurzfristigen Enttäuschungen bewertet. Diese Faktoren bleiben relevant, vor allem wenn Inflation und Renditen wieder steigen. Was in der Kursentwicklung aber aus unserer Sicht noch nicht vollständig reflektiert ist, ist der strukturelle Charakter der neuen Stromnachfrage. Datenzentren, Elektrifizierung, Netzausbau sind keine kurzfristigen Modethemen, sie verstärken sich gegenseitig.

Hinweis: Die dargestellten Portfoliopositionierungen entsprechen dem Stand der Marktentwicklung vom 20.07.2026. Im Rahmen des aktiven Managements und in Folge von Marktbewegungen können sich die genannten Portfoliopositionierungen ändern.

Performancechancen für die Fonds:

  • Die steigende Nachfrage nach Elektrizität wird nicht mehr nur von klassischer Elektrifizierung getragen, sondern zunehmend von KI-Rechenzentren, Re-Lokalisierung kritischer Infrastruktur und dem Wunsch nach Energieautonomie.
  • Netze, Transformatoren und Power Equipment rücken ins Zentrum: Was jahrelang als eher langweilige Infrastruktur galt, ist plötzlich der Engpass für die wichtigste Wachstumsstory des Marktes.

 

Performancerisiken für die Fonds:

  • Nicht alle Clean-Tech-Segmente profitieren gleichermaßen: Residential Solar, einzelne Projekt-Entwickler, Offshore-Wind und Wasserstoff bleiben selektiv schwierig. Das Quartal war kein „alles steigt“-Quartal, sondern war klar von Stock-Picking geprägt.
  • Einzelne KI-Unternehmen sind im Kurs heiß gelaufen: Die starke Kursentwicklung bei einigen Profiteuren des Strom- und Datenzentrum-Booms macht Disziplin bei Positionsgrößen und Gewinnmitnahmen wichtig.

Der ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT trägt seit Januar 2026 das LuxFLAG Impact Label.

Übersicht Performance

ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT

Hinweis: Performancedarstellung seit Fondsbeginn. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Fonds zu. Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt.

Institutional Anteilsklassen

AT0000A20DU5 = Ausschütter
AT0000A20DV3 = Vollthesaurierer

Retail Anteilsklassen

AT0000705660 = Ausschütter
AT0000A03N37 = Vollthesaurierer
AT0000705678 = Thesaurierer

ERSTE GREEN INVEST

Hinweis: Performancedarstellung seit Fondsbeginn. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Fonds zu. Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt.

Institutional Anteilsklassen

AT0000A2KVV7 = Ausschütter
AT0000A2KVW5 = Vollthesaurierer
AT0000A2MBP7 = Thesaurierer

Retail Anteilsklassen

AT0000A2DY42= Ausschütter
AT0000A2DY59 = Thesaurierer
AT0000A2DY67 = Vollthesaurierer

Übersicht Performancebeiträge in %

ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT

Best- & Worst-Performer

ERSTE GREEN INVEST

Best- & Worst-Performer

Quelle: Erste Asset Management, FMP, Daten per 30.6.2026; Bruttoperformancedaten (ohne Abzug der Verwaltungsgebühr) *Beiträge ermittelt auf Fonds- und Allokationsebene; Im Rahmen des aktiven Managements können sich die genannten Portfoliopositionierungen jederzeit ändern. 

Fondsmanagement

Clemens Klein

Lead-Manager ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT

... ist Senior Professional Fund Manager im Aktienteam der Erste Asset Management. Er verfügt über Investmenterfahrung seit 1992. Zu Beginn seiner Karriere war er Investment Spezialist und Portfolio Manager bei der Erste Bank. Er wechselte anschließend 2005 in die ERSTE-SPARINVEST KAG (ehemalige Tochtergesellschaft der Erste Asset Management). Sein Fokus lag zuerst im Management von US Aktien im Developed Markets Equities-Team bevor er sich 2011 auf das Management von nachhaltigen Aktienfonds spezialisierte. Derzeit ist er Lead Manager für diverse globale nachhaltige Aktienstrategien mit Fokus auf Impact.

Alexander Weiß

Leadmanager ERSTE GREEN INVEST

...ist Fondsmanager im Aktien-Team der Erste Asset Management seit Juli 2021. Er ist Lead Manager des ERSTE GREEN INVEST-Publikumsfonds. Zusätzlich ist er Co-Manager der Publikumsfonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT und ERSTE STOCK ENVIRONMENT.

Offenlegung, Taxonomie & Labels

Quelle: Erste Asset Management, Daten per 30.6.2025

Überblick Erste AM EM Umweltstrategien

Quelle: Erste Asset Management; Daten per 30.6.2026

Allgemeine Hinweise zu den genannten Fonds

Wichtige rechtliche Hinweise

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Bitte lesen Sie den Prospekt des OGAW-Fonds oder „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ des Alternative Investment Fonds und das Basisinformationsblatt (BIB), bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen.

Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle Erste Asset Management GmbH. Unsere Kommunikationssprachen sind Deutsch und Englisch.

Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und veröffentlicht. Für die von der Erste Asset Management GmbH verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt. Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie das Basisinformationsblatt sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com jeweils in der Rubrik Pflichtveröffentlichungen abrufbar und stehen dem/der interessierten Anleger:in kostenlos am Sitz der Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen der Prospekt bzw. die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ und das Basisinformationsblatt erhältlich sind, sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente, sind auf der Homepage www.erste-am.com ersichtlich. Eine Zusammenfassung der Anlegerrechte ist in deutscher und englischer Sprache auf der Homepage www.erste-am.com/investor-rights abrufbar sowie bei der Verwaltungsgesellschaft erhältlich.

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