• Schuldendynamik von Schwellenländern im Steigen, Risiko-Management gefragt
  • Emerging Markets Unternehmensanleihen: strukturell wichtige Branchen haben profitiert
  • Nachhaltiger Umbruch: Umweltkriterien sind bereits jetzt ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei Unternehmensanleihen
  • Fonds ERSTE BOND EM CORPORATE mit starker Performance seit Jahresbeginn; erfolgreiche „Referenzliste“ über die letzten 10 Jahre

Die Corona-Krise hat Schwellenländer und entwickelte Länder gleichsam hart getroffen. Die Konsequenzen waren für Unternehmen in allen Märkten ähnlich: schwächelnde Lieferketten, ausbleibende Konsumenten und ein massiver Anstieg der Verschuldungsquoten.

Verschuldung bleibt ein ernstzunehmendes Risiko

Während nationale Regierungen und Institutionen in Europa oder den USA einen kompakten wirtschaftlichen Maßnahmenkatalog erlassen haben und aus vergangenen Reformen zehren konnten, um die Krise abzumildern, war das in vielen Schwellenländern nicht annähernd der Fall. „Eine große Anzahl an Staats- und Regierungschefs in den Emerging Markets haben die Zeiten der leichten Finanzierung an den Märkten nicht genutzt. Zudem spielen Korruption und Misswirtschaft ebenfalls eine negative Rolle. Viele Länder wie z.B. Angola, Ecuador, El Salvador oder Costa Rica stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand, sie haben notwendige wirtschaftliche Reformen in den letzten Jahren nicht oder nur halbherzig angepackt“, betont Péter Varga, Senior Professional Fondsmanager in der Erste Asset Management.

Noch dazu leiden viele Schwellenländer unter der Preisentwicklung bei Rohstoffen - speziell durch den Preisverfall bei Rohöl. Zudem fehlen Regierungen in den Emerging Markets schlicht und ergreifend oft die passenden Instrumente, und die nationalen Notenbanken stehen unter gewaltigem Druck. In Chile und Peru hat man zu unorthodoxen Mitteln gegriffen und den Menschen Zugriff auf ihr kommendes Pensionsvermögen gegeben – mit weitreichenden Folgen für die Zukunft. Einstige Musterschüler wie Mexiko oder Kolumbien laufen Gefahr die Kontrolle über ihr Haushaltsdefizit und damit in den nächsten 1-2 Jahren auch ihr Investment Grade Rating zu verlieren.

„Eines steht fest: viele Schwellenländer werden Hilfe vom Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank erhalten um wieder auf die Beine zu kommen. Diese Unterstützung wird vermutlich im Vergleich zu vergangenen Bail-Outs und zügelloser Verschuldung mancher Länder an spezifische Umweltziele oder die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen gebunden sein. Das wird für eine positive mittelfristige Entwicklung sorgen, da sie auch ihre Wirtschaft umstrukturieren und zukunftsfit machen. Der Weg bis dahin wird aber von Tränen der Investoren begleitet sein“, so Varga.

Intensive Analyse der einzelnen Emittenten entscheidend für den Veranlagungserfolg

Bei Unternehmen in den Emerging Markets zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild ab als bei Staaten. Auch wenn sie stark von Corona betroffen waren, so sind viele gut durch die Krise gekommen. Dafür gibt es laut Varga, mehrere Gründe. „Wir dürfen bei Unternehmen der Schwellenländer die Verschuldung nicht schönreden, aber die Kontrolle funktioniert bei großen Unternehmen besser als in so manchen Staaten. Die Anleihe-Emittenten sind meistens börsennotierte Aktiengesellschaften und damit einem starken Wettbewerb, einer Überprüfung und einem Risikomanagement unterzogen. Das bedeutet, dass Korruption oder Misswirtschaft kaum möglich sind. Darüber hinaus sind viele Unternehmen breit diversifiziert aufgestellt, weltweit tätig und hängen nicht so stark von der lokalen Wirtschaft ab. Des Weiteren generieren diese Unternehmen ihre Umsätze durch ihre Exporttätigkeit oft in Fremdwährung oder sichern ihre Verbindlichkeiten in der Fremdwährung ab.“

Bei der Auswahl der Unternehmen ist aktives Fondsmanagement und eine intensive Analyse während Corona umso entscheidender. „Strukturell wichtige Branchen wie die Lebensmittelproduktion oder Telekommunikation haben zu Beginn der Krise gezielt Opportunitäten geboten. Unternehmen wie JBS, Marfrig oder Minerva Foods aus Brasilien, die einen starken weltweiten Zugang haben, konnten am Markt überzeugen“, erklärt Varga, der diese Branchen vor wenigen Monaten stark favorisierte.

Attraktive Risikoprämien bei Schwellenländer-Unternehmensanleihen

Der Appetit auf Emerging Markets Unternehmensanleihen ist nach wie vor gegeben, bieten sie doch den Vorteil einer ausgeprägten Diversifizierung. Die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen liegen bei 350 Basispunkten, immer noch über dem Niveau vor Covid-19. „Schnäppchen sind am Markt nicht mehr so leicht zu finden. Daher sind aktives Management und langjährige Erfahrung besonders wichtig, um Erholungs-Kandidaten, die überproportional profitieren, zu finden“, so Varga. Interessant ist für ihn derzeit z.B. das Flugunternehmen GOL aus Brasilien. Das Flugunternehmen sollte sich - wenn sich die Infektionszahlen wieder erholen und Schnelltests an Flughäfen leicht verfügbar werden - deutlich erholen.

Ganz nach der Investmentphilosophie der Erste AM werden bei der Auswahl für neue Titel intensiv Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Als Beispiel dafür dient HIKMA PHARMACEUTICALS. Das jordanische Pharmaunternehmen ist ein Profiteur der Maßnahmen rund um COVID-19 durch seine Produkte, punktet es bei ESG-Scorings und ist so gut wie nicht verschuldet. Das Rating Unternehmen Fitch Ratings hat das Unternehmen das erste Mal am 22.10 mit BBB- bewertet. (Jordanien ist mit B1/BBbewertet).

Mit Nachhaltigkeit ein langfristig anhaltender Trend angestoßen

Die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen oder Xi Jinping in China haben sehr ambitionierte Pläne zur CO²-Neutralität und einer nachhaltigeren Wirtschaft vorgestellt. Neue Regularien im Bereich Nachhaltigkeit wie die geplante CO²-Importabgabe oder die Pläne über die Wasserstoff-Wirtschaft werden sich auf Unternehmen in den Schwellenländer auswirken. Es besteht hohe Planungsunsicherheit, welche Branchen und Firmen wie stark betroffen sein werden. Sogenannte Green Bonds, also Anleihen, bei denen eine umweltfreundliche Verwendung der Mittel garantiert sein muss, kommen vermehrt von Unternehmen aus den Schwellenländern auf den Markt. „Ähnlich wie bei Aktien trifft eine enorme Nachfrage auf ein beschränktes Angebot. Die Bewertungen sind aus ökonomischer Sicht nicht immer nachvollziehbar. Die grüne Wirtschaftswende ist nicht mehr aufzuhalten. Investitionen werden in Zukunft in Geschäftsfelder wie saubere Energie, Transport oder Recycling fließen und damit für Wachstum und Jobs sorgen. Hier entsteht eine neue Wachstumsstory, die Möglichkeiten und viel Optimismus bietet“ so Varga abschließend.

Über den ERSTE BOND EM CORPORATE

Der ERSTE BOND EM CORPORATE investiert in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Der Fonds veranlagt hierbei weltweit und ermöglicht Investoren die Teilnahme an den Wachstumschancen dieser aufstrebenden Märkte. Fremdwährungsrisiken gegenüber dem Euro werden weitgehend abgesichert. Das Fondsvolumen beträgt aktuell 425 Millionen Euro (Stand: 20.10.2020).

Seit Jahresanfang legte der Fonds 5,6 % (Stand: 23.10.2020) zu. Seit Auflage des ERSTE BOND EM CORPORATE haben wir über die letzten 10 Jahre eine Wertentwicklung von 5 % p.a1. erzielt. Mit diesem Track-Record wurden wir als Fondsmanager bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter auch mit dem Lipper Award.

 

1 Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag in Höhe von bis zu 3,50 % und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Fondsmanager Varga: „Viele Unternehmen sind gut durch die Krise gekommen.“

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Die Erste Asset Management verwaltet ein Vermögen von rund 62,5 Milliarden Euro (30.09.2020). Die Investmentabteilung der Erste Asset Management umfasst über alle Länder hinweg rund 100 Investment-Professionals. Um ein optimales Investment zu gewährleisten, kooperieren die Erste Asset Management-Fondsmanager eng mit unserer hauseigenen Research-Abteilung.

Erste Asset Management wurde vom Branchenmagazin „Börsianer“ zur besten Fondsgesellschaft des Jahres gewählt.

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