Erste Asset Management veröffentlicht
Engagement & Voting Report 2025

Während die aktuelle Proxy-Voting-Season noch im Gange ist, blickt die Erste Asset Management (Erste AM) mit ihrem Engagement & Voting Report auf das vergangene Jahr zurück. Der Bericht ist auf der Website der Erste AM verfügbar und gibt einen Überblick über die Schwerpunkte, Fortschritte und Ergebnisse der Active-Ownership-Aktivitäten im vergangenen Jahr. Im Fokus stehen ein weiterentwickelter Stewardship-Ansatz mit stärkerer systembezogener Ausrichtung, Fortschritte bei Biodiversität und Chemikalien, Fragen der Unternehmensführung, erstmals auch ein Sovereign Engagement sowie der weitere Aufbau von Engagement-Kompetenz in der Investment-Community.

So nahm der österreichische Marktführer im Vorjahr seine Stimmrechte bei über 600 Unternehmen wahr. Zudem wurden zahlreiche Engagements auf lokaler, internationaler und politischer Ebene zu den verschiedensten Nachhaltigkeitsthemen geführt.

Die wichtigsten Highlights aus dem Engagement & Voting Report 2025:

  • Stimmrechte bei über 600 Unternehmen und 670 Hauptversammlungen in 38 Ländern wahrgenommen
  • Abgestimmtes Volumen von 10,8 Mrd. Euro
  • 11,6 % der Abstimmungen bewusst gegen Management‑Vorschläge
  • Klare Engagement‑Schwerpunkte auf Klimawandel, Biodiversität, Humankapital, globale Standards und Unternehmensführung (Good Governance)
  • Starke Rolle der Erste AM als Lead‑ oder Co‑Lead‑Investorin in internationalen Initiativen wie Climate Action 100+, Nature Action 100, PRI Spring, und PRI Collaborative Sovereign Engagement on Climate Change

Walter Hatak, Head of Responsible Investments bei der Erste Asset Management, zeigt sich sehr zufrieden mit den erreichten Ergebnissen: „Die im vergangenen Jahr erzielten Fortschritte zeigen, dass Stewardship einen wichtigen Beitrag zu positiven Veränderungen leisten kann. Der ESG-Backlash hat dabei geholfen, echtes langfristiges Engagement von kurzfristiger Positionierung zu unterscheiden und die Notwendigkeit eines Engagements über einzelne Unternehmen hinaus verdeutlicht. Durch die enge Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträger:innen, Investor:innen, Wissenschaft und weiteren relevanten Akteur:innen wollen wir langfristig nachhaltige Ergebnisse für unsere Kund:innen fördern.“

Was bedeutet Engagement & Voting?

Der übergeordnete Begriff ist Active Ownership und beschreibt das Wahrnehmen der eigenen Verantwortung als Investorin aktiv auf die investierten Unternehmen und deren Tätigkeit einzuwirken. Ziel ist es, durch den konstruktiven Dialog und verantwortungsbewusstes Handeln positive Entwicklungen in den Bereichen soziale Verantwortung, Umweltschutz sowie Transparenz und Unternehmensführung zu fördern.

Das kann einerseits durch Engagement geschehen. Anhand eines strukturierten formellen und informellen Dialogs mit den Unternehmen sollen die Praktiken und Rahmenbedingungen bei Unternehmen im Hinblick auf die Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung positiv beeinflusst werden. Dadurch können zum Beispiel Schwächen des Managements im Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen identifiziert und adressiert werden und in weiterer Folge gemeinsam an Lösungen für Verbesserungen gearbeitet werden.

Die zweite wichtige Säule umfasst das Voting, also das aktive Ausüben der eigenen Stimmrechte. Seit 2017 nimmt die Erste AM die Stimmrechtsausübung für sämtliche Aktienpublikumsfonds und institutionelle Mandate wahr. Damit wird gewährleistet, dass die Stimmrechte der Kund:innen als mittelbare Anteilseigner:innen der investierten Unternehmen aktiv und verantwortungsvoll wahrgenommen werden. Vorrausetzung für die Ausübung von Stimmrechten für Unternehmen sind entweder ein Aktienbestand von mehr als 2 Mio. Euro oder 5% der ausstehenden Aktien im Erste-AM-Bestand. Die hauseigene Voting Richtlinie dient dabei als Regelwerk für sämtliche Voting-Agenden.

Stärkerer Stewardship-Ansatz mit neuer Strategie für systembezogenes Engagement

Im Jahr 2025 hat die Erste AM ihren Engagement-Ansatz weiterentwickelt und systembezogenes Engagement als festen Bestandteil der Stewardship-Strategie formalisiert. Neben dem direkten Dialog mit Portfoliounternehmen tritt man dabei auch mit Regulierungsbehörden, Standardsetzern, Branchenverbänden, Regierungsstellen, transnationalen Organisationen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und weiteren relevanten Stakeholdern in den Austausch. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsherausforderungen ganzheitlicher zu adressieren und die langfristige Widerstandsfähigkeit der Kapitalmärkte zu stärken.

Fortschritte bei Governance-Engagements

Als bedeutender institutioneller Investor in Österreich sowie in Zentral- und Osteuropa legt man weiterhin einen Schwerpunkt auf lokales Engagement. Gerade in den Heimatmärkten ermöglicht die starke Marktposition einen konstruktiven und wirksamen Dialog mit Unternehmen. Im Jahr 2025 wurden in Governance-Engagements konkrete Fortschritte erzielt. Dazu zählen Verbesserungen bei der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsgremien und zentralen Ausschüssen, bei Vergütungsstrukturen, Diversität sowie bei der Verankerung von Nachhaltigkeit in der Unternehmensaufsicht.

Ein lokaler Engagement-Prozess führte unter anderem dazu, dass die Leitung wichtiger Aufsichtsratsausschüsse künftig unabhängiger ausgestaltet wird. Darüber hinaus wurden die Erneuerung und Diversität des Aufsichtsrats gestärkt und die Vergütungspolitik überarbeitet, unter anderem mit stärkerem Fokus auf langfristige Anreize, Sicherheit und ESG-Ziele. Diese Entwicklungen stehen im Einklang mit anerkannten internationalen Governance-Standards und zeigen die Wirkung eines kontinuierlichen, strukturierten Engagements.

Biodiversität: vom Unternehmensdialog zur systemischen Wirkung

Biodiversität blieb 2025 ein strategischer Schwerpunkt. Die Erste AM setzte ihre Rolle als Co-Lead-Investorin bei Nature Action 100 fort und konzentrierte sich dabei insbesondere auf den Dialog mit der Bayer AG. Im Laufe des Jahres bestätigte Bayer, an einer umfassenden Naturstrategie zu arbeiten, deren Veröffentlichung zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen ist. Das Unternehmen räumte zudem Verbesserungsbedarf bei seinen aktuellen naturbezogenen Offenlegungen ein und plant, diese in künftigen Berichtszyklen weiterzuentwickeln. Darüber hinaus arbeitet die Bayer AG an einer erweiterten Methodik zur Bewertung naturbezogener Auswirkungen seines Pflanzenschutzportfolios.

Erstes Sovereign Engagement: Klimapolitischer Dialog mit Kanada

Im Jahr 2025 beteiligte sich die Erste AM erstmals an einem Sovereign Engagement und trat dem PRI Canada Sovereign Engagement bei. Die Initiative konzentriert sich auf nationale Klimapolitik, glaubwürdige Transformationspfade und die Offenlegung klimabezogener Risiken auf staatlicher Ebene.

Im Laufe des Jahres übernahm man eine deutlich erweiterte Rolle in dem Programm. Als Co-Lead-Investor auf Bundesebene ist die Erste AM dafür verantwortlich, den Dialog mit der kanadischen Bundesregierung im Namen der teilnehmenden Investor:innen zu führen und strategisch zu begleiten. Im Rahmen der Initiative führte man strukturierte Gespräche mit Mitglieder:innen des kanadischen Parlaments sowie Vertreter:innen des Department of Finance Canada.

Ausbau von Engagement-Kompetenz in der Investment-Community

Neben den eigenen Engagement-Aktivitäten setzt man den Aufbau von Engagement-Kompetenz in der breiteren Investment-Community fort. Der Engagement Think Tank, der 2024 durch die Erste Asset Management initiiert wurde, wuchs 2025 auf 36 Mitglieder. Die Gruppe umfasst große und kleinere Asset Owner und Asset Manager aus unterschiedlichen Regionen – von Asien bis in die USA. Der Think Tank bietet eine strukturierte, vertrauensbasierte Plattform für Austausch, Peer Learning und die Weiterentwicklung wirksamer Stewardship- und Engagement-Praktiken.

Highlights der Voting-Season 2025

Im Jahr 2025 hat die Erste AM Stimmrechte für Aktienkapital im Umfang von rund 10,8 Mrd. Euro ausgeübt. Abgestimmt wurde für 606 Unternehmen bei 670 Hauptversammlungen. Basierend auf den Prinzipien der nachhaltigen Stimmrechtsrichtlinie wurde bei 1071 Agendapunkten gegen den Vorschlag des Managements gestimmt (11,6% aller Abstimmungen). Zentrale Themen bei Hauptversammlungen waren Aktionärsrechte, Vergütungspolitik und Themen der Corporate Governance, wie die Wahl und Unabhängigkeit von Aufsichtsräten.

Umwelt- und Sozialthemen wurden z.B. über Aktionärsanträge adressiert, die von der Erste AM, bei Gegebenheit spezifischer Anforderungen, unterstützt wurden. Der Großteil der Anträge behandelte Klima-Themen, wobei speziell in den USA auch verstärkt Anträge zu KI, meist im Zusammenhang mit Menschenrechten, Governance oder Datenschutz, aufkamen. Speziell in den USA ist die Zahl der „Anti-ESG“-Anträge weiter gestiegen. Obwohl diese weiterhin nur geringe Unterstützung erhalten, prägen sie zunehmend das Volumen der Saison, und tragen zum Rückgang der durchschnittlichen Unterstützung für ESG-Anträge bei.

Fazit: Engagement und Voting als langfristige Strategie

Der Engagement & Voting Report 2025 zeigt: Active Ownership ist ein wirksames Instrument für aktive Investor:innen, um Unternehmen bei ihrer nachhaltigen Transformation zu begleiten. Fortschritte entstehen dort, wo Dialog, klare Erwartungen und konsequentes Abstimmungsverhalten zusammenwirken.

Für die Erste AM bleibt Engagement ein langfristiger Prozess - mit dem Anspruch, Risiken zu reduzieren, nachhaltige Wertschöpfung zu fördern und regelmäßig transparent über Erfolge und Herausforderungen zu berichten.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

Über Erste Asset Management

Die Erste Asset Management GmbH (Erste AM) ist eine internationale Vermögensverwalterin und Asset Managerin mit mehr als 60 Jahren Erfahrung am Markt. Hinter der Erste Asset Management steht die Finanzkraft der Erste Group Bank AG (Erste Group). An ihren Standorten in Österreich sowie in Deutschland, Kroatien, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn verwaltet die Erste AM ein Vermögen von 107,1 Mrd. Euro (per April 2026).

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